GEO Experteninterview: Sichtbar in Google AI Mode, ChatGPT und Co.

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Auf den Punkt: GEO, also Generative Engine Optimization, erweitert klassische SEO um die Frage, ob Unternehmen auch in KI-Antworten sichtbar werden. Entscheidend sind keine Tricks, sondern technisch zugängliche Inhalte, klare Antworten, eindeutige Unternehmensinformationen und ein starkes SEO-Fundament.

Seit Oktober 2025 ist Googles AI Mode auch in Deutschland verfügbar. Gleichzeitig nutzen immer mehr Menschen ChatGPT, Perplexity und andere KI-Systeme für ihre Suche.

Für Unternehmen verändert sich damit eine zentrale Frage: Es geht nicht mehr nur darum, bei Google gut zu ranken, sondern zunehmend auch darum, in KI-Antworten als Quelle oder Anbieter aufzutauchen.

Wir haben darüber mit André Petermann, Geschäftsführer der Sichtbarkeitsmeister GmbH, gesprochen.

André, was ist GEO eigentlich?

André Petermann: GEO steht für Generative Engine Optimization. Vereinfacht gesagt sorgen wir dafür, dass Inhalte von generativen Suchsystemen möglichst gut gefunden, verstanden und als relevante Quelle eingeordnet werden können.

Wichtig ist aber: GEO ist kein Trick, mit dem man sich einfach in ChatGPT oder Google AI Mode hineinoptimiert. Die Grundlage bleibt sauberes SEO.

Ist klassisches SEO damit weniger wichtig geworden?

André Petermann: Nein, ganz im Gegenteil. SEO bleibt das Fundament.

Google selbst macht deutlich, dass seine generativen Suchfunktionen auf den bestehenden Such- und Qualitätssystemen aufbauen. Wer technisch schlecht aufgestellt ist, schwache Inhalte hat oder überhaupt keine organische Sichtbarkeit besitzt, sollte zuerst dort ansetzen.

GEO ergänzt SEO also, ersetzt es aber nicht.

Was muss sich bei den Inhalten ändern?

André Petermann: Inhalte müssen schneller auf den Punkt kommen.

Wir arbeiten deshalb häufig nach dem Answer-first-Prinzip: Erst die konkrete Antwort, danach die Erklärung.

Wenn jemand zum Beispiel wissen möchte, wer bei einem unverschuldeten Unfall das Gutachten bezahlt, sollte die Antwort direkt am Anfang des Abschnitts stehen. Danach können Voraussetzungen, Ausnahmen und Details folgen.

Das hilft nicht nur KI-Systemen, sondern vor allem auch dem Nutzer.

Müssen Texte für KI anders geschrieben werden als für Menschen?

André Petermann: Nein. Das wäre der falsche Ansatz.

Ein guter GEO-Text sollte zuerst für Menschen verständlich, konkret und hilfreich sein. Gleichzeitig sollten einzelne Abschnitte so aufgebaut sein, dass klar erkennbar ist, welche Frage sie beantworten.

Wir wollen keine Texte schreiben, die künstlich für Maschinen formuliert sind. Wir wollen Inhalte schaffen, die fachlich so eindeutig sind, dass Mensch und Maschine sie gleichermaßen verstehen.

Wie wichtig sind strukturierte Daten für GEO?

André Petermann: Sie sind sinnvoll, aber kein Wundermittel.

Mit strukturierten Daten können wir beispielsweise ein Unternehmen, einen Standort, eine Person oder eine Leistung technisch eindeutig beschreiben.

Wir arbeiten dabei gerne mit sauber verknüpften JSON-LD-Daten. Aber niemand sollte glauben, dass eine Website automatisch in KI-Antworten auftaucht, nur weil ein bestimmtes Schema eingebunden wurde.

Strukturierte Daten unterstützen die Eindeutigkeit. Sie ersetzen aber weder gute Inhalte noch gute Rankings.

Und was ist mit der oft genannten llms.txt?

André Petermann: Die wird aktuell deutlich überschätzt.

Wir können eine llms.txt einsetzen, weil der Aufwand gering ist. Aber Google nutzt sie derzeit nicht als besonderen GEO-Faktor.

Wer einem Unternehmen erzählt, dass eine llms.txt die entscheidende Maßnahme für KI-Sichtbarkeit sei, macht es sich zu einfach.

Welche technischen Fehler können KI-Sichtbarkeit verhindern?

André Petermann: Ganz klassisch: Inhalte sind nicht sauber erreichbar oder bestimmte Crawler werden blockiert.

Wir prüfen deshalb unter anderem robots.txt, Firewall, Bot-Schutz und den technischen Seitenaufbau.

Außerdem sollte man die Crawler unterscheiden. Für ChatGPT Search ist beispielsweise der OAI-SearchBot relevant. Anthropic nutzt den Claude-SearchBot, Perplexity den PerplexityBot.

GPTBot oder ClaudeBot haben dagegen andere Aufgaben und sollten nicht mit den Suchcrawlern verwechselt werden.

Wie wichtig sind einheitliche Unternehmensdaten?

André Petermann: Gerade für lokale Unternehmen extrem wichtig.

Wenn auf der Website eine andere Telefonnummer steht als im Google Unternehmensprofil oder Leistungen unterschiedlich bezeichnet werden, entstehen unnötige Widersprüche.

Firmenname, Adresse, Telefonnummer, Standorte und Leistungen sollten deshalb möglichst einheitlich dargestellt werden.

Das hilft Google, aber auch anderen Systemen dabei, ein Unternehmen eindeutig einzuordnen.

Was würdest du einem Unternehmen empfehlen, das jetzt mit GEO starten möchte?

André Petermann: Nicht mit irgendwelchen Spezialtools anfangen.

Ich würde zuerst prüfen:

  • Ist die Website technisch sauber erreichbar?

  • Sind die Unternehmensdaten überall einheitlich?

  • Sind die wichtigsten Leistungsseiten wirklich hilfreich?

  • Werden typische Kundenfragen konkret beantwortet?

  • Ist die Website logisch aufgebaut und intern gut verlinkt?

  • Sind sinnvolle strukturierte Daten vorhanden?

Erst wenn diese Grundlagen stimmen, würde ich tiefer in spezielle GEO-Maßnahmen einsteigen.

Wie kann man überhaupt messen, ob GEO funktioniert?

André Petermann: Nicht mit einer einzelnen ChatGPT-Anfrage.

KI-Antworten verändern sich. Deshalb arbeiten wir mit einem festen Fragen- oder Prompt-Set und prüfen regelmäßig:

  • Wird das eigene Unternehmen genannt?

  • Welche Wettbewerber tauchen auf?

  • Welche Quellen werden verwendet?

  • Bei welchen Leistungen wird das Unternehmen empfohlen?

  • Wie verändert sich die Sichtbarkeit über mehrere Monate?

So lässt sich eine Entwicklung erkennen, statt aus einer einzelnen Antwort falsche Schlüsse zu ziehen.

Lohnt sich GEO besonders für lokale Dienstleister?

André Petermann: Ja, gerade dort sehe ich großes Potenzial.

Wenn jemand eine KI nach einem Arzt, Anwalt, Handwerker, Gutachter oder Berater in seiner Umgebung fragt, werden häufig nur wenige Anbieter genannt.

Wer hier als fachlich passend und vertrauenswürdig eingeordnet wird, ist schon sichtbar, bevor der Nutzer überhaupt eine Website besucht.

Genau deshalb sollten lokale Unternehmen nicht nur fragen: „Wie ranken wir bei Google?“

Die zweite Frage lautet heute immer öfter:

„Werden wir auch von KI-Systemen als relevanter Anbieter verstanden und genannt?“

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